|
Woher kommte der Name?
Bei der Suche nach einem Namen für den Stamm haben wir uns in unserem Stadtteil Bahrenfeld nach Personen umgeguckt, die außergewöhnliches geleistet haben. Dabei sind wir auf Hiltgunt Zassenhaus gestoßen. Hiltgunt Zassenhaus ist in Bahrenfeld aufgewachsen, sie studierte nach ihrem Abitur skandinavische Sprachen. Ein Jahr nach Abschluss ihres Studiums begann der zweite Weltkrieg. Nach der Besetzung Dänemarks und Norwegens im Frühjahr 1940 wurden zahlreiche Gefangene aus diesen Ländern nach Deutschland verschleppt. Die vereidigte Dolmetscherin Hiltgunt Zassenhaus erhielt den Auftrag, die Post von inhaftierten Norwegern zu zensieren und bei Besuchen die Gespräche zu überwachen. Doch statt zu denunzieren, beschäftigte sie sich mit den Schicksalen der Gefangen und ließ die Briefe unzensiert passieren und gestattete seelsorgerische Gespräche bei den Besuchen. Sie besuchte gemeinsam mit einem Pastor der norwegischen Seemanns-Mission über 1000 Gefangene in Norddeutschland. Gemeinsam schmuggelten sie Schreibzeug, Medikamente, Vitaminpillen und Lebensmittel zu den Gefangen. Viele der Gefangen verdanken Hiltgunt Zassenhaus das Überleben in der Haft. Mit den Kenntnissen aus den Gefängnissen erarbeitete sie eine Geheimkartei, die Namen und Informationen von über 1000 dänischen und norwegischen Gefangenen enthielt. Anfang 1945 erwies sich diese Kartei als unentbehrliche Grundlage für die Rettung der in der Kartei geführten Personen, als Hiltgunt Zassenhaus sie dem schwedischen Roten Kreuz zukommen lassen konnte
|